»Unglückliche« TV-Kollision bei wichtigen Entscheidungen

Handball

26.05.2016

Flensburg/Leipzig/Kiel. Zwei gute Nachrichten für den Handball-Sport. Beim Bundesliga-Spiel zwischen dem THW Kiel und der SG Flensburg-Handewitt (26:28) vor wenigen Tagen erreichte der TV-Sender Sport1 die bisher beste Einschaltqoute der Saison. Das Nordderby verfolgten im Schnitt 530.000 Zuschauer, was einem Gesamtmarktanteil von 2,5 Prozent entspricht. Mitte der Woche zog dann der Pay-TV-Sender Sky eine positive Bilanz seiner Berichterstattung in der Champions League in dieser Saison.Im Vergleich zur Premieren-Saison habe man in der Reichweite zugelegt. Bisher haben pro Spieltag im Schnitt 188.000 Zuschauer die Übertragungen der Spiele mit deutschen Teams verfolgt. Dies sei eine Steigerung um 66 Prozent, sagte Sprecher Thomas Kuhnert am Mittwoch. In der vorigen Spielzeit hatten durchschnittlich 113.000 Zuschauer die Spiele gesehen. Sky, dass die Übertragungsrechte der Königsklasse für drei Spielzeiten bis einschließlich 2016/2017 besitzt, wird von dem bevorstehenden Endrunden-Turnier der Champions League in Köln insgesamt zwölf Stunden live übertragen. 

Und damit kommen wir zu der schlechten Nachricht für den Handball hierzulande. Wenn am Sonntag ab 14 Uhr der Finaltag mit dem THW Kiel läuft, wird auf Sport1 gleichzeitig das Fernduell um die Deutsche Meisterschaft zwischen Flensburg (15 Uhr in Stuttgart) und den Rhein-Neckar Löwen (16.45 Uhr) fortgeführt.Als »unglücklich« bezeichnet SG-Geschäftsführer Dierk Schmäschke diese TV-Kollision, die es so beim großen Bruder Fußball niemals geben würde. »Die Fußball-Vereine besitzen alle ihre Stadien. Uns in Flensburg betrifft es nicht so sehr, aber in Hallen wie in Köln muss auch Rücksicht auf andere Veranstaltungen genommen werden«, erklärt Schmäschke einen wesentlichen Unterschied zwischen den beiden Sportarten. »Es ist ein komplexes Thema und es gilt viele Interessen zu berücksichtigen«, so Schmäschke weiter. Am Ende des Tages landet der Manager sowie der gesamte Handball immer wieder an dem Punkt, das der internationale Spielkalender viel zu voll ist. »Wir als Handball-Bundesliga (HBL) sind natürlich daran interessiert, dass es solche Kollisionen nicht gibt«, so HBL-Sprecher Oliver Lücke.»Es ließ sich diesmal einfach nicht verhindern, aber wir sind mit der EHF (Europäische Handballföderation) im stetigen Austausch, dass so etwas nicht mehr passiert«. Weshalb hat die HBL das Final-Wochenende de Champions League nicht einfach von eigenen Aktivitäten frei gehalten? »Der Spielplan gibt einfach keine Ausweichmöglichkeiten mehr her«, so Andreas Wäschenbach. Der Spielleiter der HBL weiter: »Es ist seit Jaren so und ein Grundsatzproblem. Wir als Liga müssen mit dem internationalen Rahmenspielplan arbeiten.« Hier sieht Wäschenbach vor allem zwei schwierige Schwerpunkte. Die »aufgeblähte« Champions League sowie die internatinalen Endrunden im Januar. »Dadurch haben wir nicht meh viel Puffer, aber das wir deshalb die Liga reduzieren sollen sehe ich auch nicht. Ich denke 18 Teams sind in Deutschland angemessen«, so Wäschenbach, der sich Verhältnisse wie im Fußball wünscht und diese als »Idealvorstellung« bezeichnet.»Seit Jahren sprechen wir darüber, aber es ist nichts zu ändern«, so Schmäschke etwas resignierend. Kämpferisch fügt er aber hinzu: »Wir arbeiten daran«. Dem Handball wäre es zu wünschen, damit es in Zukunft weiterhin mehr positive als negative Schlagzeilen gibt. 
Ruwen Möller/(dpa) 

Handball im TV am kommenden Wochenende

Sbd: 14 Uhr/live Sky: Paris St. Germain – KS Vive Tauron Kielce17 Uhr/live Sky: THW Kiel – MVM Veszprem 
So.:14 Uhr/live Sky: Spiel um Platz drei Champions League14:55 Uhr/live Sport1: Stuttgart - SG FleHa (Bundesliga)16:45 Uhr: Rhein-Neckar Löwen - Hannover (Bundesliga)17 Uhr/live Sky: Finale Champions League