Johan Jakobsson: »Ich kann mich noch steigern«

Handball EM

17.01.2016

Breslau. Johan Jakobsson stand in den Katakomben der Jahrhunderthalle in Breslau und musste seine Gefühle erst einmal sortieren. 
Gerade hatten die Schweden ihr Auftaktmatch bei der EM gegen Slowenien nach einem Auf und Ab mit 23:21 (16:9) gewonnen und einen gelungenen Start ins Turnier gehabt. Darüber freute sich Jakobsson, mit seiner eigenen Leistung konnte der Linkshänder der SG Flensburg-Handewitt dagegen nicht zufrieden sein. »In der Abwehr war es ganz ok«, befand der Schwede sein Tun, »ich kann mich aber noch steigern.« Vor allem im Angriff agierte Jakobsson zum Teil fahrig, allerdings behagte ihm die offensive Verteidigung der Slowenen nicht, mit der sie in zweiten Halbzeit für viel Verwirrung bei den Skandinaviern sorgten. »Ohne Scheiß, die sind echt sauschnell«, sagte er mit Blick auf die flinken Gegenspieler, die ihm das Spiel erschwerten. Die Folge waren Abspielfehler und Fehlwürfe. Weil Handball ein Teamsport ist, überwogen in der Analyse des langen Schlacks aus dem rechten Rückraum die positiven Eindrücke. Mit dem Erfolg gegen die Slowenen haben die Schweden bereits einen großen Schritt in Richtung der Hauptrunde gemacht, mit einem Erfolg gegen Deutschland am Montag (Anwurf 20.30 Uhr) könnte der Verbleib im Turnier sogar schon festgemacht werden.

Mehr in Richtung Tor

»Das wird ein anderes Spiel«, sagte Jakobsson. Schließlich seien die Deutschen eine deutlich physischere Mannschaft mit großen Spielern in der Abwehr, die meist klassisch mit einer 6:0-Formation verteidigen. Jakobsson sollte das eher liegen als die aggressive Abwehrarbeit der Slowenen. »Ich werde dann hoffentlich mehr in Richtung Tor gehen können«, hat der Flensburger die Hoffnung, gegen das Team seiner Wahlheimat besser zum Zug zu kommen. Matchwinner gegen die Slowenen waren mit Tobias Karlsson und Mattias Andersson zwei andere Flensburger. Kapitän Karlsson ordnete die schwedische Deckung glänzend und Torwart Andersson trieb die slowenischen Angreifer mit seinen Paraden zur Verzweiflung. 15 Bälle fischte Andersson weg und wurde deshalb ganz offiziell als »Man oft he match« ausgezeichnet. »Klar, auf die Abwehr insgesamt und die beiden Jungs wird es gegen Deutschland auch wieder ankommen«, ist Jakobsson sicher. Ohnehin sei das Erfolgsmodell der Schweden schlicht, denn über eine stabile Abwehr gilt es, zu Ballgewinnen und schließlich zu einfachen Toren über den Gegenstoß zu kommen. »Das brauchen wir für unser Spiel«, sagt Trainer Ola Lindgren. Johan Jakobsson sieht das genauso, allerdings baut der Linkshänder darauf, dass er persönlich in der Offensive mehr zu einem erhofften Erfolg beitragen kann. »Die Deutschen sollten mir besser liegen«, sagte der Kanonier aus dem Rückraum. 
Michael Wilkening