Sportlich ärgerlich
Vor einer Woche war die SG noch Erster und der direkte Viertelfinaleinzug schien möglich. Doch nach zwei Niederlagen in Serie musste der Sieger von 2014 Veszprém und Paris den Vortritt lassen. Nach einer starken Vorrunde sportlich ärgerlich, aber auch finanziell. 90.000 Euro haben die Nordlichter bislang eingenommen, als Vorrunden-Sieger und fürs Viertelfinale wären noch einmal 105.000 Euro dazugekommen. »Vor der Saison wäre ich vielleicht mit Rang drei zufrieden gewesen. Doch jetzt hatten wir die Chance auf mehr und daher bin ich eher enttäuscht«, so SG-Kapitän Tobias Karlsson, der wenige Minuten nach Spielende mit nackten Füßen durch die Halle George Carpentier unterwegs war. Während die französischen Fans ihr Team feierten, war der Schwede angefressen. »Heute und auch gegen Veszprém haben Kleinigkeiten in unserem Spiel gefehlt und das ärgert mich«, so der ehrgeizige Spielführer. »Paris hat es aber auch gut gemacht, sie haben mit viel Druck gespielt.«
Überraschungen
Die Flensburger begannen in Paris mit einigen Überraschungen in der Startformation. Spielmacher Thomas Mogensen war gar nicht im Kader und bekam eine Pause. »Daran werde ich mich nie gewöhnen«, so der Däne, der keineswegs angeschlagen war. Dafür stand Jacob Heinl erstmals seit über einem Jahr wieder zu Beginn einer Partie auf dem Feld. Von Anfang bis Ende nutzte SG-Coach Ljubomir Vranjes die gesamte Breite seines Kaders und alle Spieler kamen zum Einsatz. In beiden Halbzeiten erwischte die SG den schlechteren Start und wurde von PSG förmlich überrollt. In den ersten 30 Minuten gelang noch die Aufholjagd zum 16:16, im zweiten Durchgang fehlte hintenraus die Kraft. »Wie schon gegen Veszprém war es auch heute ein hochklassiges Spiel«, so Dierk Schmäschke. Der SG-Geschäftsführer weiter: »In dieser schwierigen Gruppe ist Rang drei ein Erfolg und darauf können wir stolz sein.«
Nachdem Veszprém am Sonnabend mit 27:25 gegen Wisla Plock gewonnen hatte, war für die SG ohnehin nur noch Platz zwei möglich. Diesen belegten jetzt allerdings die Ungarn, da Paris sich mit dem Abschluss-Erfolg Rang eins sicherte. Damit steht der französische Meister direkt im Viertelfinale. Sollte die SG sich gegen Montpellier durchsetzen würde sie hier auf den Gewinner des Duells Vive Kielce (Polen) gegen Brest (Weißrussland) treffen. Doch das ist Zukunftsmusik, zunächst geht es am 19./20. März nach Montpellier, bevor am Osterwochenende das Rückspiel in der Flens-Arena ansteht. »Der Weg zum Final Four in Köln ist jetzt vorgezeichnet, aber wir konzentrieren uns jetzt auf Montpellier«, so Schmäschke. Daran zog sich dann auch Karlsson hoch und konnte der ganzen Sache dann doch noch etwas positives abgewinnen: »Montpellier ist eine gute, spielerisch starke Mannschaft. Auswärts ist es nie leicht gegen sie, aber sie sind nicht mehr die starke Mannschaft von vor ein paar Jahren, die ist jetzt in Paris.«
Statistik
Paris St. Germain: Omeyer, Annonay n.e. – Møllgaard 1, Accambray n.e., Vori n.e., Kounkoud, Barachet n.e., Gunnarsson n.e., Abalo 2, L. Karabatic 3, Hansen 7/5, Narcisse 5, Onufryienko 6, Honrubia 8, N. Karbataic 3, M´Tima n.e.
SG Flensburg-Handewitt: Andersson, Møller – Karlsson, Eggert 5/5, Glandorf 1, Svan 2, Wanne 2, Djordjic 2, Jakobsson 4, Heinl, Toft Hansen, Gottfridsson 2, Lauge 2, Mahé 5, Radivojevic 4, Kozina 3
Zuschauer: 4800 (ausverkauft)
Schiedsrichter: Nenad Nikolic/Dusan Stojkovic (Serbien)
Siebenmeter: 6/5:6/5 (Andersson hält gegen Hansen - Eggert scheitert an Meyer)
Zeitstrafen: 2:6 (Kounkoud 2 – Jakobsson 2, Karlsson, Glandorf, Heinl, Radivojevic)
Ruwen Möller