Ein Weltmeister als Joker
Handball
10.01.2017
Kassel. Holger Glandorf benötigte keine Anlaufzeit, um sich im Kreis der Handball-Nationalmannschaft zurecht zu finden. Zweieinhalb Jahre nach seinem Rücktritt kehrte der Halbrechte von der SG Flensburg-Handewitt beim Testspiel gegen Österreich (33:16) ins Nationalteam zurück. Für die anstehende Weltmeisterschaft ist der 33-Jährige eine ernsthafte Alternative, wenngleich er zunächst wieder nach Hause fuhr.
Noch ist allerdings nicht final geklärt, ob Glandorf auch beim Turnier der Weltbesten in Frankreich helfen wird, das für die Deutschen am Freitag, 17.45 Uhr, gegen Ungarn beginnt. Montag trat er zunächst die Heimreise nach Flensburg an, wo er Donnerstag mit seinem Verein die Vorbereitung auf die Bundesliga-Rückrunde aufnehmen wird. „Es war geplant, dass ich ein paar Tage mit der Mannschaft trainiere und auch gegen Österreich spiele“, sagte Glandorf zu seinem Comeback, das Dagur Sigurdsson angestoßen hatte. „Holger hatte noch nie unter mir trainiert und sollte die Abläufe kennenlernen“, begründete der Bundestrainer die Visite des Halbrechten in der Vorbereitung. Unbeantwortet blieb die Frage, ob es ein Wiedersehen während der Weltmeisterschaft geben wird.
Die Deutschen werden nur mit 15 statt der möglichen 16 Spieler in die WM starten, um im Verlauf der Vorrunde einen Akteur nachnominieren zu können. Es wäre überraschend, wenn das nicht Glandorf wäre und passend, wenn der Weltmeister von 2007 vor dem vierten Gruppenspiel gegen Weißrussland wieder zum Team stoßen würde. „Gegen Ungarn werden wir auch mit 15 Mann spielen können“, erklärte Sigurdsson. In den anschließenden Partien gegen die Außenseiter Chile und Saudi-Arabien besteht keine Stolpergefahr, so dass eine Rückkehr Glandorfs zu den finalen Vorrunden-Duellen gegen die Weißrussen und Kroatien Sinn machen würde – und wahrscheinlich ist.
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Michael Wilkening