Die SG vor »Hammer-Tagen«

Handball

20.04.2016

Flensburg. Seit Ende August 2015 arbeitet sich die SG Flensburg-Handewitt durch die Saison und hat bereits 47 Pflichtspiele absolviert. In drei Wettbewerben liegt sie noch gut im Rennen, hat aber noch nichts in der Hand. Keinen Titel, keinen Pokal. Das könnte sich am 1. Mai ändern. Bis dahin kann die SG aber auch alles verlieren. In den kommenden zwölf »Hammer-Tagen« wie Trainer Ljubomir Vranjes sie nennt, entscheidet sich möglicherweise die gesamte Spielzeit. Am Mittwoch geht es in der Bundesliga zunächst zum SC Magdeburg. Gewinnt Flensburg, bleibt das Team am Spitzenreiter Rhein-Neckar Löwen dran. Ein Remis oder eine Niederlage würde die Titelträume zunächst begraben. Direkt im Anschluss (23. und 27. April) steht das Viertelfinale in der Champions League gegen Kielce an. Am 30. April folgt das Halbfinale im DHB-Pokal gegen die Rhein-Neckar Löwen. 24 Stunden später würde ein mögliches Endspiel anstehen. 

»So weit denken wir noch nicht, aber ich hoffe natürlich, dass wir in einige Tagen mit einem Pokal in der Hand stehen«, so Anders Eggert. Der Linksaußen der SG weiter: »Es ist so, dass jetzt innerhalb kürzester Zeit viel auf dem Spiel steht. Jetzt entscheidet sich ob die Saison gut oder schlecht in Erinnerung bleibt. Wir Spieler denken eher in langweiligen Bahnen, nach dem Motto von Spiel zu Spiel, von daher ist das Final4 im Pokal noch weit weg. Aber keine Frage, jetzt stehen die interessanten Spiele an und darauf freuen wir uns.« So sieht es auch sein Trainer. Vranjes hat bereits einen Plan für Kielce und die Pokal-Endrunde im Hinterkopf, aber erstmal konzentriert er sich auf Magdeburg. »Sie haben eine tolle Halle, es ist ein Traditionsverein und ich mag den SCM, ich mag auch die Spiele gegen solche Teams«, so der Schwede. Bei allen Sympathie-Bekundungen fügt er aber auch hinzu: »Es geht nicht darum Magdeburg zu mögen, wir wollen das Spiel gewinnen und zwei Punkte holen. Es wird schwer, aber wir werden wie immer unser Bestes geben.«

Einsatz fraglich

Zum Gegner sagt Vranjes: »Sie haben sicherlich nicht die Platzierung (Rang zehn/Red.) die sie sich vorgestellt haben, aber es ist immer noch eine super Mannschaft mit einem breiten Kader. Sie haben ein gute Mischung aus Routine und jungen, neuen Spielern.« Vor allem die Abwehrstärke von Europameister Finn Lemke, aber auch den Dänen Michael Damgaard hebt der SG-Coach hervor. »Zuletzt haben sie auch gut gepunktet«, weiß Vranjes über die Serie des SCM, der seit sechs Partien (drei Siege, drei Remis) ungeschlagen ist. Außerdem hat Magdeburg die letzten drei Heimspiele gegen Flensburg gewonnen. »Flensburg hat oft Probleme in Magdeburg gehabt. Aber jetzt geht es für sie in der Meisterschaft um Alles. Da ist die Statistik kein Zeichen für morgen. Klar ist aber, jedes Spiel wollen wir gewinnen«, so Magdeburgs Co-Trainer Tomas Svensson am Dienstag. »Wir haben gute Chancen, aber dafür müssen wir in unsere Positions-Abwehr kommen. Im Angriff diszipliniert mit wenig Fehlern spielen, um Flensburg nicht ihr Tempospiel durchziehen zu lassen. Gemeinschaftlicher Rückzug und nicht nur Konter verteidigen. Das zu schaffen, wird schwer gegen Flensburg über 60 Minuten«, erklärt Bennet Wiegert. Das Magdeburger Urgestein hat im Laufe der Saison den Cheftrainer-Posten bei den »Gladiators« übernommen und am Dienstag seinen Vertrag um zwei Jahre verlängert. Unter ihm tritt das Team deutlich stabiler auf als mit Vorgänger Geir Sveinsson. Der Isländer saß im Hinspiel (33:30 für die SG) noch auf der Bank. Neben dem zehnfachen Torschützen Eggert gehörte Thomas Mogensen damals zu den besten SG-Akteuren. Ob der Däne Mittwoch im Vollbesitz seiner Kräfte ist, war am Dienstag mit einem Fragezeichen versehen. Der Mittelmann hatte sich im Training am Finger der Wurfhand verletzt und musste die Abschlusseinheit vorzeitig abbrechen. Mogensen machte sich sofort auf den Weg zur medizinischen Abteilung. Definitiv fehlen werden die beiden Kreisläufer Jacob Heinl (Reha) und Anders Zachariassen (Trainingsrückstand).
Ruwen Möller