Vielleicht waren die Mannen von Trainer Kristjan Andresson zu Beginn von den eigenen Fans überrascht oder gar überwältigt - rund 10.000 Landsleute hatten den Weg über die Öresundsbrücke gemacht und die Royal Arena in eine blau-gelbe Heimspielstätte verwandelt. Es dauerte jedenfalls rund 15 Minuten bis sich ihre Handball-Helden mit dem Spiel und der WM angefreundet hatten, doch dann lief es. »Die Stimmung war fantastisch und ich danke jedem Einzelnen der den Weg in die Halle gemacht hat«, so Gottfridsson.Vor den Augen von Ljubomir Vranjes, der ehemalige SG-Coach ist während der WM als TV-Experte in Schweden tätig, wurden die Skandinavier mit zunehmender Spieldauer sicherer und somit besser. Dabei zeigte das Kim-Duo welche Qualität die ohnehin bereits bestens besetzen Schweden mit ihnen noch dazugewonnen haben. Kim Ekdahl du Rietz agierte vornehmlich in der Abwehr und der ersten sowie zweiten Welle. Kim Andersson kam nach etwa 20 Minuten ins Spiel und am Kreis wirbelte auch der dritte Comebacker der beim Gewinn der EM-Silbermedaille vor einem Jahr fehlte, Andreas Nilsson, inzwischen mit. Kurz vor der Pause leisteten sich die Schweden, die längst das bessere Team waren, aber eine kurze Schwächephase. So kam Ägypten um den Ex-Flensburger Ahmed El-Ahmar (spielte in der Saison 2014/15 ein halbes Jahr für die SG) vor dem Seitenwechsel noch auf 11:13 heran. Dabei erzielte der Kapitän der Afrikaner drei Treffer.
Im zweiten Durchgang setzen sich die Blau-Gelben zunächst langsam weiter ab. Der zwischenzeitliche Vier-Tore-Vorsprung schmolz aber schnell wieder bis zum 21:19 (50.) zusammen. Kurz darauf leistete sich Gottfridsson einen schwerwiegenden Ballverlust in der Offensive. Er vertändelte das Spielgerät gegen Yehia Elderaa der nach einem Konter zum 22:22 (23.) ausgleichen konnte. Mit einem Doppelschlag von Ekdahl du Rietz schien nach einer Auszeit wieder alles glatt zu laufen, doch beim 24:23 (55.) erneut ein Fehler von Gottfridsson. Nach dem 24:24 zeigte Gottfridsson jedoch welch gereifter Spieler er ist. Er bewies Anführerqualitäten und traf zum 25:24 (58.). Kurz darauf erhöhte er mit zwei weiteren Volltreffern zum 27:24-Endstand. Statt zum Depp avancierte er somit zum Matchwinner.Schweden trifft nun am Sonntag (20.30 Uhr) auf Argentinien das zuvor 25:25-Remis gegen Ungarn gespielt hat. Ob Wanne dann mitwirken kann ist ungewiss. Laut Verbandssprecher Daniel Vandor ist er noch nicht wirklich auf dem Weg der Besserung.
Ruwen Möller