Demonstration der Stärke

Champions League

15.02.2016

Flensburg. Welch ein Abend für die Handballer der SG Flensburg-Handewitt. Mit 37:27 (17:14) fegte die Mannschaft von Trainer Ljubomir Vranjes den Erzrivalen THW Kiel im Gruppenspiel der Champions League am Sonntagabend aus der Flens-Arena und hat es drei Spieltage vor Schluss selbst in der Hand, sich sogar als Gruppenerster direkt für das Viertelfinale der Königsklasse zu qualifizieren. »Es kommt wirklich nicht oft vor, dass ich hier sitze und so zufrieden in fast allen Bereichen bin. Danke an meine Spieler«, sagte Ljubomir Vranjes auf der Pressekonferenz. Zuvor sahen er und die 6300 Zuschauer eine Demonstration der Stärke. Angetrieben von einem bärenstarken Mattias Andersson (22 Paraden) im Flensburger Tor sowie einem Rasmus Lauge (9 Tore, davon sieben in der zweiten Halbzeit) in Gala-Form agierte der Erzrivale aus der Landeshauptstadt nur in der ersten Halbzeit auf Augenhöhe, dann aber waren die von Alfred Gislason gecoachten Kieler quasi ohne Chance gegen berauschende Flensburger. Die SG-Abwehr stand in Halbzeit zwei wie eine Felswand, Andersson hielt was irgendwie zu halten war, vorne trafen die Flensburger - neben Lauge allen voran Lasse Svan (6/1) - nahezu wie sie wollten. 

»Wir haben unheimlich diszipliniert gespielt. Rasmus Lauge war phantastisch, Mattias hat hervorragend gehalten, die Abwehr war stark und 37 Tore gegen Kiel sprechen ebenfalls für sich«, jubelte Rückkehrer Jim Gottfridsson, der siebeneinhalb Minuten vor Spielende sein Comeback im SG-Dress feierte und sogar zwei Tore zum Sieg beitrug. »Wir waren nicht gut genug«, sagte Kiels Weltklasse-Handballer Domagoj Duvnjak, der wie ein begossener Pudel bei der Pressekonferenz saß und nicht viel mehr sagte. Lange ausruhen können die Flensburger aber nicht. Denn in dieser Phase der Saison jagt ein Höhepunkt den nächsten. Am Mittwoch fährt der Bundesliga-Dritte (31:7 Punkte) zum Top-Spiel um 20.15 Uhr/live bei Sport1 beim Spitzenreiter Rhein-Neckar Löwen (36:4). »Dieses Spiel wird sehr sehr wichtig für uns«, weiß Flensburgs zweiter Rückkehrer Jacob Heinl.
Marc Reese 

Statistik

SG Flensburg-Handewitt: Andersson, Møller (n.e.) – Karlsson, Eggert 5/3, Glandorf 2, Mogensen 4, Svan 6/1, Wanne 2, Djordjic 1, Jakobsson 3, Heinl 1, Toft Hansen 1, Gottfridsson 2, Lauge 9, Kozina 1 THW Kiel: Landin, Katsigiannis – Duvnjak 8, Ferreira 2, Mamelund, Sprenger, Ekberg 2, Anic 2, Canellas 4, Dahmke, Jaanimaa 3, Williams 1, Klein 2, Brozovic 1, Vujin 2/1.Schiedsrichter:Raluy Lopez/Sabroso Ramirez (Spanien) Zeitstrafen: 4:5 (Lauge, Djordjic, Kozina, Glandorf – Mamelund 2, Sprenger, Brozovic , Ferreira Siebenmeter: 6/4:2/1 (Landin hält zwei Mal gegen Eggert – Andersson pariert gegen Ekberg) Zuschauer: 6300 (ausverkauft)