»Es ist völlig hoffnungslos und schlimm, dass die IHF eine solche Planung für eine so wichtige Phase im Turnier vornimmt«, so Gøran S. Johannessen. Der norwegische Rückraumspieler vom Deutschen Meister SG Flensburg-Handewitt ist gleich drei Mal sauer. Zum einen weil sein Team zwei Spiele an zwei aufeinanderfolgenden Tagen absolvieren muss (Sonntag gegen Ägypten und Montag gegen Schweden), zum anderen weil das ursprünglich für 18 Uhr angesetzt Spiel gegen Ägypten auf 20.30 verlegt wurde und weil mit Schweden ein Team das nicht Gastgeber ist, den Vorteil von jeweils einem Tag Pause zwischen seinen Partien hat.
»Zuerst sollten wir um 18 Uhr gegen Ägypten spielen, jetzt um halb neun, wodurch wichtige Stunden zur Regeneration fehlen. Die Schweden haben sogar kein Spiel am Sonntag. Normalerweise hat nur der Gastgeber diesen Vorteil, aber so ist es nicht gut.«
Die Schweden wissen zwar um diesen einen Tag mehr frei und wollen sich darüber nicht beschweren. Ihnen ist das gesamte WM-Programm aber viel zu intensiv.
Nachdem Jim Gottfridsson sich im fünften Spiel in sieben Tagen einen Muskelfaserriss zugezogen hat, klagte Schwedens Teamarzt Ola Svejme die IHF im »Sportbladet« an: »Solche Verletzungen entstehen natürlich durch die hohe Belastung und mangelnde Regenerationszeit.«
Gottfridsson selber sagte: »Man könnte die Kader größer machen oder weniger WM-Teilnehmer zulassen. Aber vielleicht spielen am Ende doch die selben und letztendlich geht es für die Verbände um Geld. Es würde nur helfen, wenn das Turnier auf mehr Tage ausgedehnt wird.«
Vor dem ersten Zwischenrundenspiel am Sonnabend gegen Tunesien (35:23) mussten die Schweden auch noch auf den verletzten Jesper Nielsen verzichten. Leistenbeschwerden zwangen ihn ebenso zum Aussetzen wie den Dänen René Toft Hansen. Nur ein weiteres von etlichen Verletzungs-Beispielen bei dieser Endrunde.
Ruwen Möller