Andersson kritisiert die neuen Anwurfzeiten

Handball-Bundesliga

06.07.2017

Flensburg. Mattias Andersson genießt aktuell die Sommerpause und erholt sich von einer langen Saison. Nachdem am Dienstag die ersten vier Spieltage der Bundesliga veröffentlicht wurden, stockte dem Schweden allerdings der Atem und er kam nicht umher an die neue Spielzeit zu denken. Die beginnt für seine SG Flensburg-Handewitt am Sonntag, 27. August, um 12.30 Uhr mit einem Heimspiel gegen TuS N-Lübbecke. An Spieltag zwei (Donnerstag 31. August, 20.30 Uhr) geht es für die Fördestädter zur TSV Hannover-Burgdorf. Beide Partien finden somit nach den vorgesehenen neuen festen Anwurfzeiten der Liga statt (siehe Hintergrund unten), an die sich die Handball-Welt erst noch gewöhnen muss und denen Andersson nichts abgewinnen kann. 

»Keine Zeit zum Regenerieren und Trainieren«

»Wir spielen in Zukunft donnerstags und sonntags, das ist nicht gut. Es bleibt so keine Zeit zum Regenerieren oder Trainieren, schließlich gehören auch noch Reisen dazu«, kritisiert Andersson. In der vergangenen Serie wurde oftmals mittwochs und sonnabends (oftmals um 19 oder 20 Uhr gespielt). So gab es einige Stunden mehr zwischen den Spielen. Für die Akteure wichtige Stunden vor allem was den Schlaf angeht. »Der Rhythmus ist keine gute Sache. Aber die Fernseh-Anstalten bestimmen, so ist es nun mal.« Der 39-Jährige sagt außerdem: »Sonntag um 12.30 Uhr ist auch eine Zeit in der viele Jugendliche selber zum Handball gehen. Sie haben so keine Chance mehr in die Halle zu kommen und dadurch bleiben möglicherweise ganze Familien weg. Der Sonnabend ist ein viel besserer Tag.« Andersson findet die grundsätzliche Idee, »einheitliche Anwurfzeiten beim Handball einzuführen gut« und er meint, es sei »auch gut, zu versuchen, dem Fußball aus dem Weg zu gehen«, aber die Umsetzung ist in seinen Augen »nicht gelungen«. Ein bisschen Hoffnung hat er noch, dass die Champions League-Termine für einen besseren Rhythmus sorgen, er sagt jedoch auch: »konsequent wäre es, wenn der Europacup in der Woche und die Liga-Spiele am Wochenende ausgetragen werden.«

Ruwen Möller

Hintergrund/Info

Die Handball-Bundesliga ist künftig nicht mehr zerrissen, sondern hat zwei feste Spieltage in der Woche. Mit dem neuen Fernsehvertrag zwischen der Handball-Bundesliga-Vereinigung HBL und dem Pay-TV-Sender Sky sowie der ARD zieht Planbarkeit in der zweitwichtigsten deutschen Ballsportart ein. Pro Spieltag werden mit Beginn der Saison 2017/18 vier Partien am Donnerstag um 19 Uhr stattfinden. Die fünf anderen folgen am Sonntag, davon vier um 12.30 Uhr und eine um 15 Uhr. Einen Ausweichtermin gibt es am Samstag um 20.30 Uhr. Das teilten Vertreter beider Sender und der HBL am Freitag in Hamburg mit. Bislang wurde quer durch die Woche gespielt.