SG droht das Viertelfinal-Aus

Champions League

25. April 2016, 06:50 Uhr

Die SG wehrte sich gegen starke Gäste um den deutschen Europameister Tobias Reichmann (am Ball), die immer wieder einen Weg durch die SG-Deckung fanden. (Fotos: Martina Metzger)

Flensburg. Rasmus Lauge sah aus, als wollte er das Rückspiel hier und jetzt gleich selbst anpfeifen. Aus den Augen des Dänen sprach pure Entschlossenheit. Und so sprach er auch im Bauch der Flens-Arena. »Wir müssen da jetzt gewinnen. Wir hätten heute gerne mit drei, vier Toren Unterschied gewonnen und ein Sieg wäre meiner Meinung nach auch verdient gewesen. Mich ärgert, dass wir dann einige Großchancen liegengelassen haben. Wir müssen da jetzt einfach gewinnen«, sagte der 24-Jährige am Sonnabendabend unmittelbar nach dem 28:28 (13:14)-Remis seiner SG Flensburg-Handewitt im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League gegen KS Vive Tauron Kielce (Polen). 


Das Flensburger Rückraum-Ass wird sich noch ein wenig gedulden müssen. Er und seine Teamkollegen haben den Einzug ins Final4 (28./29. Mai in Köln) im Rückspiel am Mittwochabend (18.30 Uhr, SKY/Liveticker auf FL-Arena.de) zwar noch immer selbst in der Hand - leichter wird es durch das Remis aber mit Sicherheit nicht. Kielce bleibt eine Mammutaufgabe. 
 Vor über 5300 Zuschauern in Flensburg begegneten sich am Sonnabend zwei Spitzenteams auf absoluter Augenhöhe. Die SG ging, angefeuert von ihren Fans, von Beginn an hochkonzentriert zur Werke gegen die erfahrene und mit Stars nur so gespickten Mannschaft von Gäste-Coach Talant Duschebajew. Die Führung wechselte hin und her. SG-Coach Ljubomir Vranjes, der seinen zuletzt gegen Magdeburg verletzten Spielmacher Thomas Mogensen wieder in seinen Reihen hatte, hatte seine Mannen gut auf die routinierten und starken Gäste eingestellt, die mit einer offensiven 5:1-Deckung zu Werke gingen. 
  Direkt nach dem Seitenwechsel hieß es Vorsicht für die SG. Denn Kielce setzte sich kurzzeitig auf zwei Tore ab (13:15, 14:16). Flensburg, angetrieben von den beiden treffsichersten Offensivakteuren Rasmus Lauge (7 Tore) und allen voran Linkshänder Holger Glandorf (11) wendete das Blatt aber postwendend und ging seinerseits sogar mit drei Treffern in Front. Doch sowohl beim 22:19 (42.) als auch wenig später beim 23:20 (44.) versäumte es die SG dann, die Gäste auf Abstand zu halten, um dann mit einem Vorsprung nach Kielce zu reisen. »Wir hatten die Möglichkeit, hier mit zwei, drei Toren zu gewinnen«, befand auch SG-Coach Ljubomir Vranjes, der Kielce als »überragende Mannschaft« bezeichnete. Vranjes: »Wir freuen uns auf die Aufgabe dort.«

Hartes Stück Arbeit

Das tut sicherlich auch sein Trainer-Kollege Talant Duschebajew. Der sah zufrieden aus nach dem Remis. »Das Unentschieden ist für uns ein gutes Ergebnis. Uns erwartet aber noch ein hartes Stück Arbeit, um zum Final4 zu fahren«, weiß der ehemalige Weltklasse-Handballer. Das wollen Holger Glandorf und Co. möglichst verhindern. Sie wollen selbst nach Köln. »Wir müssen in Kielce jetzt mit mindestens einem Tor gewinnen. Wir können das schaffen und werden Vollgas geben«, versprach Holger Glandorf im Gespräch mit Flensborg Avis. Da wird er Hilfe benötigen. Vor allem seinem Sahnetag mit 11 Toren ist es zu verdanken, dass die SG vom erneuten Final4-Einzug und einer möglichen Wiederholung des Triumphs von 2014 noch träumen darf. 


Marc Reese 
mr@fla.de

SG Flensburg-Handewitt: Andersson, Møller (bei einem 7m) – Karlsson, Eggert 2/2, Glandorf 11, Mogensen 1, Wanne, Svan 6, Toft Hansen, Gottfridsson, Lauge 7, Mahé 1, Radivojevic, Kozina


KS Vive Tauron Kielce: Szmal, Sego (ab 50.) – Jurecki 4, Reichmann 4/2, Chrapkowski, Kus, Aguinagalde 1, Bielecki 3/2, Jachlewski 1, Strlek 3, Lijewski 4, Zorman 2, Cupic 5/2, Buntic 1.

Schiedsrichter: Mazeika/Gatelis (Litauen).
Zeitstrafen: 1:5 (Wanne – Kus 2, Zorman, Aguinagalde, Jurecki)-
Siebenmeter: 2/2:6/6;
Zuschauer: 5367