Mit Böhm zu neuen Rückraum-Ideen
Handball
Böhm von der TSV Hannover-Burgdorf gehört zu den Hoffnungsträgern im Rückraum. Denn die Schützen aus der zweiten Reihe stellen derzeit nicht die Paradereihe in der Auswahl des DHB. Böhm ist mit seinen 58 Saisontoren und einer Trefferquote von 60,4 Prozent in der laufenden Bundesliga-Saison kein überragender Torlieferant. Aber allein danach trachtet Prokop ohnehin nicht.
Nach dem erlittenen Kreuzbandriss des wurfgewaltigen 110-Kilo-Kraftpakets Julius Kühn Ende Oktober musste der Bundestrainer neue Konzepte für den Rückraum entwickeln.
»Wir können ihn nicht eins zu eins ersetzen, gerade was leichte Tore aus dem Fernwurfbereich angeht«, sagt Prokop: »Aber die Breite ist unsere Stärke, und wir haben mit Fabian Böhm einen absoluten Krieger auf der Position.«
Böhm ist für den Coach, der seinen vorläufigen 28er-Kader noch auf 16 Profis reduzieren muss, eine feste Größe.
»Dass man vom Bundestrainer momentan als Nummer eins genannt wird, ist eine Auszeichnung«, bedankt sich Böhm. Böhm soll die Anführerrolle im Club auch in die Nationalmannschaft einbringen.
Die »taktischen Anpassungen« im Rückraum ohne Kühn will Prokop testen. Gelegenheit dazu hat er im Länderspiel am Mittwoch (19 Uhr) in Rostock gegen Polen. Dabei hofft der Bundestrainer auch auf Impulse von der wichtigen zentralen Rückraumposition. Denn dort lief es bei WM 2017 (9. Platz) und EM 2018 (9.) nicht so, »wie es für eine Mannschaft, die in die Weltspitze möchte, zu funktionieren hat«, meint Prokop. Deshalb hat er Zweitliga-Spieler Martin Strobel (Balingen-Weilstetten) zurückgeholt, hofft auf den gerade genesenen Paul Drux und setzt den rechten Mann Fabian Wiede (beide Füchse Berlin) im Zentrum ein.
Der Rückraum steht unter Prokops besonderer Beobachtung.
dpa


