Ljubomir Vranjes: »Wir gehen All in«

Champions League

27. April 2016, 00:20 Uhr

Wollen nach dem Rückspiel jubeln: Ljubomir Vranjes und seine Jungs von der SG Flensburg-Handewitt. (Foto: Martina Metzger)

Am Mittwoch um 18.30 Uhr (Liveticker) gastiert die SG Flensburg-Handewitt bei Vive Tauron Kielce.


Flensburg/Kielce. Die zweiten 60 Minuten im Viertelfinale der Königsklasse stehen an. Nach dem 28:28-Remis im Heimspiel am vergangenen Sonnabend, gastiert die SG Flensburg-Handewitt am Mittwoch um 18.30 Uhr zum Rückspiel beim polnischen Meister Vive Tauron Kielce. Die Ausgangslage ist klar. Gewinnt oder holt die SG ein Unentschieden mit 29:29 oder mehr Toren, zieht sie zum zweiten Mal nach 2014 ins Final4 in Köln (28./29. Mai) ein. Sollte die Partie ebenfalls 28:28 ausgehen, gibt es Verlängerung. Bei einem Remis mit weniger Toren oder einer Niederlage scheidet Flensburg aus.
»Es wird wieder ein enges Spiel«, prophezeit Ljubomir Vranjes. Der Trainer, der die SG vor zwei Jahren zum sensationellen Sieg in der Champions League führte, schiebt hinterher: »Ich hoffe, dass wir mit einem Tor gewinnen.« 

Am Montag bat der Schwede sein Team zu einem intensiven Videostudium. Dabei ging es vor allem darum, wie die SG die 5-1-Abwehr der Polen überwindet, sollte Kielce diese erneut spielen. 

»Wir haben es sieben Mal nicht gut gemacht, da haben unsere Laufwege und Pässe nicht gestimmt«, so Vranjes, der allerdings nicht glaubt, dass die Polen erneut diese Variante bevorzugen werden. Immerhin ist die 6-0-Abwehr ihre eigentliche Formation. So oder so - »wir sind auf alles vorbereitet«, so Vranjes. Bei seiner Analyse war ihm aufgefallen, dass sein Team ingesamt ein »sehr gutes Spiel« abgeliefert hatte. »Kielce leider auch«, so der Übungsleiter, der von den Außenpositionen Verbesserungspotenzial sieht. 
»Von dort war unsere Quote schlechter als normal«. Nach der Theorie ging es für die SG-Spieler in die Duburghalle zum letzten Training auf heimischem Boden. Dienstag reiste die SG über Hamburg mit dem Flugzeug in den EM-Final-Ort Krakau und von dort weiter ins rund 120 Kilometer nördlich gelegene Kielce. Am Abend stand die Abschlusseinheit an. Mit dabei sind auch Jacob Heinl und Anders Zachariassen. Die beiden Kreisläufer sind aber noch keine Optionen für den Europacup. Sie werden laut Vranjes nicht spielen. Wie schon im Hinspiel ist Thomas Mogensen dabei. »Sicherlich tut es weh, aber es behindert ihn nicht«, so Vranjes zu der Finger-Verletzung, die den Dänen vor einer Woche in der Bundesliga außer Gefecht gesetzt hatte. Vranjes, der wie einige seiner Spieler noch nie in Kielce zu Gast war, freut sich auf das Spiel. 
»Solche Partien machen Spaß. Dafür trainieren wir eine ganze Saison«. Vor allem die taktische Auseinandersetzung mit seinem Trainer-Kollegen Talant Dujshebaev auf der anderen Seite reizen ihn. »Es ist wie Schach«, so Vranjes, der sich auch auf die Atmosphäre in Kielce freut. »Die ist sicher ähnlich wie beispielsweise in Skopje, aber wir kennen das und freuen uns darauf. Wir können auch in Kielce gewinnen.« 
Und danach - gibt es bereits Gedankenspiele in Bezug auf den nächsten Höhepunkt, das Halbfinale im DHB-Pokal am Sonnabend gegen die Rhein-Neckar Löwen? »Nein«, so Vranjes. »Ich habe nur Kielce im Kopf. Wir gehen All in und wollen gewinnen. Wir konzentrieren uns voll auf dieses eine Spiel, schließlich wollen wir nach Köln. Erst danach reden wir über das Final4 im Pokal.«

Ruwen Möller