Deutschland verpatzt Gruppenfinale
Handball
Deutschland um Patrick Wiencek (M) verpasste gegen Mazedonien mit Filip Mirkulovski (l.) und Kiril Lazarov den Sieg. (Foto: Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa)
Ansonsten ließ es Prokops Mannschaft überraschend an Kreativität vermissen. Der Bundestrainer hatte diesmal zwar Steffen Fäth schon früh als Spielmacher eingesetzt. Im Aufbau aber haperte es an Tempo und Variabilität. Dass die Mazedonier nicht schon früh deutlich davonzogen lag vor allem am diesmal überragenden Torhüter Andreas Wolff, der zahlreiche Versuche entschärfte. Und dann wurde auch Rückkehrer Lemke immer stärker.
Es beeindruckte, wie sich der Keeper und der zurückgekehrte Abwehrboss immer wieder gegenseitig pushten. Nach rund drei Minuten schickte Prokop den 2,10 Meter großen Hünen erstmals auf die Platte, was dem Team im Verlaufe des Spiels eine immer größere Sicherheit gab. Lemke hielt die Defensive zusammen, dirigierte, motivierte - und überzeugte früh mit seinem aggressiven Abwehrspiel. Nach rund 20 Minuten lag die DHB-Auswahl erstmals mit drei Toren (10:7) in Front.
Was der Titelverteidiger aber insgesamt im Angriff ablieferte, blieb schwach. Reichmann, Wiencek und Co. vergaben etliche gute Möglichkeiten auf eine komfortable Pausenführung. Weil die Mazedonier aus dem Rückraum zudem immer wieder viel zu leicht zum Abschluss kamen, blieb es eng.
Womit das DHB-Team fast die gesamte Partie überhaupt nicht zurechtkam, war das unangenehme Spiel des bulligen Kreisläufers Zharko Peshevski. Zudem bekam der Europameister keinerlei Konsequenz in seine Abschlussaktionen. Da aber auch der später für Wolff eingewechselte Heinevetter überzeugte, verlor Prokops Team nicht den Anschluss. Mit einer sensationallen Parade bewahrte der Berliner Keeper elf Sekunden sein Team vor einer Niederlage.


